Nach schwerwiegenden Erlebnissen mit Gewaltsituationen, entweder wenn sie einen selbst betroffen haben,  aber auch wenn man Zeuge einer solchen Situation geworden ist, kommt es oft zu dem Erscheinungsbild eines psychischen Schocks.
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Traumatherapeutische Behandlung für Opfer von Unfällen, Überfällen, sexuellen u. anderen Gewalterfahrungen

Nach schwerwiegenden Erlebnissen mit Gewaltsituationen, entweder wenn sie einen selbst betroffen haben,  aber auch wenn man Zeuge einer solchen Situation geworden ist, kommt es oft zu dem Erscheinungsbild eines psychischen Schocks. Das kann auch nach einem schweren Autounfall passieren, ebenso bei anderen schweren Unfällen, wenn man z.B. aus nächster Nähe gesehen hat, wie jemand schwer verletzt oder sogar getötet wurde. Einen psychischen Schock kann man auch nach Vergewaltigung oder ähnlich schrecklichen Situationen erleben. Insbesondere sexuelle Traumatisierungen  in der Kindheit und Jugend  können  schwerwiegende Folgen haben.

Manchmal treten  Beschwerden jedoch erst nach  Monaten, oft auch erst  nach Jahren beschwerdefreier Zwischenräume auf.

Für viele Menschen entsteht in der Folge eine große Beeinträchtigung ihrer beruflichen und persönlichen Leistungsfähigkeit bedingt durch die psychische Symptomatik und dadurch, dass sie sich nicht mehr frei in ihrer Lebensumgebung bewegen können. Dies kann  Auswirkungen auf  nahezu alle Lebensbereiche haben.

Alle diese Erscheinungen werden unter dem Oberbegriff posttraumatische (Belastungs-) Störung zusammengefasst. Diese Störung kann  verschieden schwere Ausbildungsgrade haben.

Glücklicherweise sind in den letzten Jahren neue Behandlungsmethoden entwickelt worden, die bei der Bewältigung der traumatischen Erlebnisse und ihrer Folgen helfen. Besonders die Integrative Traumatherapie unter Einschluss spezieller Traumaexpositionsverfahren (z.B. EMDR, Screentechnik u.a.) bringen hier gute Ergebnisse.

Für Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen bieten wir in der Abteilung Integrative Gestalt- und Traumatherapie der Hardtwaldklinik II  stationäre  Behandlungen an. Die Abteilung befindet sich in den oberen Stockwerken der Hardtwaldklinik II. In einem eigenen Abschnitt des Gebäudes stehen unseren PatientInnen überwiegend Einzelzimmer mit Balkon, Nasszelle und eigenem Telefonanschluss zur Verfügung.

Im Gebäude befinden sich neben den verschiedenen Gruppentherapieräumen ein großes geheiztes Schwimmbad (27 Grad) und Sauna sowie die Abteilung Physiotherapie. In einem ansprechend gestalteten Speisesaal werden neben Normal- und Vollwertkost, vegetarisches Essen und besondere Diäten verabreicht. Massagen und Kneipp’sche Anwendungen werden in der Abteilung für physikalische Therapie im Haus der Hardtwaldklinik I durchgeführt.

Mit u.a. Fitnesstraining, sportlichen Spielen, Walking, Tischtennis und Kegeln steht ein umfangreiches sportliches Angebot zur Verfügung, auch eine breite Palette von Freizeitangeboten, geführten Wanderungen bis hin zu Konzerten klassischer und unterhaltsamer Musik sowie regelmäßigen Theateraufführungen.

 

Rehabilitationskonzept

Mit Opfern traumatischer Erfahrungen arbeiten wir auf unserer Abteilung ressourcenorientiert nach dem dreistufigen Therapiekonzept von J. Herman unter Einbeziehung spezieller Techniken wie imaginativen Verfahren,  dem EMDR, Screentechnik u. a. Expositionsverfahren   sowie traumamodifizierter Körpertherapie. Mit allen Patienten wird ein auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmter Therapieplan erstellt. Im Bedarfsfall wird das umfangreiche psychotherapeutische Behandlungsangebot durch eine medikamentöse  Behandlung unterstützt. Ergänzen können bei Bedarf sportliche, physikalische und physiotherapeutische Anwendungen im Sinne eines psychosomatischen Vorgehens.

Rehabilitationsangebot

Unser Therapieangebot ist aufgefächert in Einzel- und Gruppentherapie, wobei die  Gruppenzusammensetzung  gemischt geschlechtlich ist. Auf der Basis der Traumakonzepte von Shapiro (EMDR), Sachsse, Reddemann, Butollo, van der Kolk und Herman wurde die Integrative Traumatherapie entwickelt. Dieses Verfahren gliedert sich in die drei Behandlungsstufen: Stabilisierung  –  Traumaexposition  –  Neuorientierung.

Nicht in jedem Fall werden alle Phasen in  einer Behandlung durchlaufen. Für Menschen, die Traumatisierung bereits in frühem Alter erfahren haben, bedarf es einer längeren und intensiven Stabilisierung unter Einbeziehung der sogenannten „Inneren Kindarbeit“. Wir orientieren uns am dem Konzept von Reddemann und Sachsse.

Integrative Traumatherapie Stufe 1:

Ressourcenorientierte Stabilisierungsbehandlung, stabilisierende Imaginationen („sicherer Ort“, „innere Helfer“ u.a.), stabilisierende Aktivitäten im geschützten stationären Setting. Stabilisierende Körpertherapie, Entspannungstraining, strukturierende Einzel- und Gruppenarbeit.

Integrative Traumatherapie Stufe 2:

Traumaexposition, Informations-Reprozessierungsarbeit ( z.B. mit EMDR, Screentechnik u.a.), Körperwahrnehmung, Tagebucharbeit, kreativ-kunsttherapeutische Arbeit. Zusätzliche  Frauengruppe /  Männergruppe.

Integrative Traumatherapie Stufe 3:

Integrationsbehandlung: Tiefenpsychologisch fundierte interaktionelle Gruppentherapie, Gestaltgruppentherapie, Leib- und Bewegungstherapie/ kreative Kunsttherapie/Musiktherapie. (Diese Phase wird in der stationären Arbeit angebahnt und bedarf einer weiteren ambulanten Therapie)

Aufnahmeindikationen

  • Akute posttraumatische Reaktion
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Komplexe PTSD
  • Pathologische Stresssituationen
  • Dissoziative Störungen
  • Posttraumatische Persönlichkeitsstörungen auf Borderline-Niveau und dissoziative Identitätsstörung
    (Aufnahme nach  Vorgespräch möglich)

Nicht aufgenommen werden können Patienten

  • mit  akuter  Selbst- und Fremdgefährdung,
  • mit Psychosen,
  • für die zunächst ein entsprechender Entzug von Drogen, Alkohol oder Tabletten notwendig ist,
  • die eine chirurgisch/internistische Fachbehandlung benötigen

Therapeutisches Team

Unser therapeutisches Team besteht aus dem Leitenden Abteilungsarzt, dem Funktionsoberarzt, ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten, Kreativ-, Bewegungs- und Musiktherapeuten, Mitarbeitern der Sport-, Physiotherapie- und Badeabteilung, speziell ausgebildetem Pflegepersonal, die gemeinsam ein sehr dichtes Psychotherapieprogramm für die Patienten unserer Abteilung anbieten.

Dauer des stationären Aufenthalts

Die Verweildauer für einen stationären Aufenthalt beträgt im Allgemeinen etwa 6 – 8 Wochen. Stabilisierende Kurzbehandlungen von 3 – 4 Wochen Dauer sind bei entsprechender Indikation sinnvoll, evtl. verbunden mit einer Wiederaufnahme im Intervall von ein bis zwei Jahren. Dies kann in besonderer Weise auf den therapeutischen Prozess, die Möglichkeiten der ambulanten Behandlung und auf berufliche und familiäre Anforderungen Rücksicht nehmen.

Kostenträger und Aufnahmemodus

In unserer Abteilung werden stationäre medizinische Rehabilitationsbehandlungen im Sinne des § 40 SGB V in Verbindung mit § 111 SGB V im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Länder und der Krankenkassen durchgeführt.

Für gesetzlich Krankenversicherte

Eine Rehabilitationsbehandlung muss vor Behandlungsbeginn beantragt werden und von der zuständigen GKV genehmigt werden. Diese Zusage benötigt die Verwaltung der Hardtwaldklinik II  vor der Aufnahme in schriftlicher Form. Eine primäre Zuständigkeit der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für stationäre medizinische Rehabilitation liegt bei Versicherten vor, die keine oder noch nicht lange Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen (z.B. Selbständige, Rentner, Schüler, Studenten, Berufsanfänger).

Stationäre medizinische Rehabilitationsleistungen der Rentenversicherungsträger (Länder)

Über Ihren Hausarzt können Sie  einen Antrag beim Rentenversicherungsträger  stellen. Vordrucke sind bei der jeweiligen Krankenkasse erhältlich. Die Bewilligung wird Ihnen dann vom Rentenversicherungsträger mitgeteilt. Für Fragen  bezüglich der Indikation stehen Ihnen der Leitende Arzt oder der Funktionsoberarzt telefonisch zur Verfügung.  Eine Aufnahme über die Deutsche Rentenversicherung Bund (BfA) ist in unserer Abteilung nicht möglich.

Für privat Krankenversicherte oder Beihilfeberechtigte

Bei den privaten Krankenkassen (PKV) und bei den Beihilfestellen wird die Hardtwaldklinik II als sog. gemischte Krankenanstalt geführt. Sie ist somit – nach vorheriger Bewilligung – zugelassen für die Durchführung sowohl von stationärer Krankenhausbehandlung als auch von stationärer medizinischer Rehabilitation.  Wenn Sie privat versichert oder beihilfefähig sind, benötigen wir vor Aufnahme die Erklärung der Kostenübernahme durch Ihre Privatkasse und eine Bestätigung der Beihilfefähigkeit.

Bei Beratungswünschen ist Ihnen unsere Abteilungssekretärin Frau Weber gern behilflich. Bitte schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an unter:

Telefon  05626 88-1757
Fax  05626 88-1857
E-Mail: gestalt@hwk2.de

Anfragen zu den Verwaltungsformalitäten beantwortet Ihnen Frau Kunz im zentralen Aufnahmebüro der Hardtwaldklinik II unter der

Telefonnummer 05626 88-1705
Telefax 05626 88-1855
E-Mail kunz@hwk2.de

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